Clubtreffen 2009
Modellbahn und Kultur - Clubtreffen 2009
Unter diesem Motto lud der MBC St. Florian die Modellbahnclubs der Nachbarschaft nach St. Florian ein. Die Marktgemeinde im Süosten von Linz ist einer der kulturellen Mittelpunkte im Traunkreis. Die christliche Geschichte des Marktes reicht zurück bis in die Römerzeit. Florianus, der Namenspatron von St. Florian und auch der Schutzheilige von Oberösterreich und der Feuerwehr wurde von den Römern am 4. Mai 304 wegen seines christlichen Glaubens in der Enns ertränkt und dann im Bereich des heutigen Stiftes begraben. Die Besiedlungsgeschichte von St. Florian reicht aber bis in die Keltenzeit zurück.

Beim Ausbau der Autobahn wurden vor einigen Jahren recht interessante Ausgrabungen aus dieser Zeit gemacht. Aber auch eisenbahngeschichtlich kann St. Florian einige interessanten Dinge aufbieten. Etwa 60 Jahre lang war St. Florian provisorischer Endbahnhof der Florianerbahn.
Die als Überlandstrassenbahn konzipierte Strecke sollte einst Linz und Steyr verbinden. Die Eröffnung erfolgte 1913. Aufgrund des 1. Weltkrieges wurde die Streck e zwischen Steyr und Linz nicht mehr gebaut. 1974 kam dann das Aus für die Florianerbahn. Mit der Eröffnung der neuen Traunbrücke ging die Verbindung zur Linzer Straßenbahn verloren und der offizielle Betrieb wurde eingestellt.
Bild: historischer Florianerbahnwagen
Etwa 40 Modellbahner folgten der Einladung und fanden sich in St. Florian ein. Für die kulturinteressierten Modellbahner war eine Führung durch das Stift St. Florian organisiert. Es gibt nur wenige Plätze in Oberösterreich, wo man so hautnah die Geschichte des Landes „ob der Enns“ erleben kann. Als ungeplantes Highlight konnte dann noch in der Basilika eine Gesangsprobe der Florianer Sängerknaben gehört werden. Zufälligerweise probten sie gerade in der schönen Barockkirche für eine der nächsten Gesangsaufführungen.
Nach der Führung ging es zu Fuß die wenigen Meter zum Clubheim zurück. Dieses liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stift im Stiftsmeierhof, direkt über dem Feuerwehrmuseum. In einem etwa 400 m² großen Dachboden betreibt hier der recht junge MBC St. Florian seine Anlage im Dualbetrieb. Das bedeutet, dass die Anlage zwischen 2-Leiter-Gleichstrombetrieb und 3-Leiter-Wechselstrombetrieb umschaltbar ist.

Bild: wer sich in der oberösterreichischen Modellbahnwelt auskennt, kann bekannte Gesichter aus Hörsching, Helfenberg und von anderen Clubs erkennen
Wie das funktioniert wurde dann auch am Nachmittag live demonstriert. Die Umschaltung klappte erwartungsgemäß problemlos und die Züge fuhren dann im Märklin Motorola Betrieb problemlos weiter. In einem kleinen Überblick präsentierte dann auch Obmann Walter List noch die Geschichte des Clubs und gab einen Überblick über das Clubleben im MBC St. Florian.
Die Anlage ist weitestgehend nach Motiven aus dem Traunkreis – hier liegen die Vorbildstrecken Phyrnbahn (Kremstal) und Kronprinz-Rudolf-Bahn (Ennstal). Die Reise geht von Klaus ausgehend nach Steyling. In Steyerling gewinnt die VÖEST den Kalk zur Auffrischung des Roheisens zum Stahl.
Bild: Bahnstation Kastenreith im Ennstal
Die kleinen Bahnstation Kastenreith dient auf der Ennstalstrecke als Abzweig nach Waidhofen und Amstetten. Der Betriebsmittelpunkt ist dann der Bahnhof Kleinreifling. Von hier fahren die Züge entweder in den Schattebahnhof Hieflau oder durch die große Gleiswendel auf die Falkensteinbrücke.
Bild: Seit November 2009 befahren Züge die Falkensteinbrücke
Diese überspannt den Eingangsbereich und stellt zukünftig die Verbindung zum 2. Anlagenschenkel her. Für die Besucher war am 3. Mai in diesem Bereich noch das Kuchenbuffet eingerichtet. Für die Kinder war natürlich auch die Spielanlage in Betrieb. Da konnten die kleinen Besucher nach Lust und Laune selbst am Regler drehen und die Züge auf Reise schicken.

Alle Teilnehmer hatten ihren Spass. Die mitgekommenen Frauen nutzen auch die Gelegenheit zu einem „Kaffe unter Palmen“, eine in unmittelbarer Nähe gelegene Gärtnerei bietet diesen Service in St. Florian an. Nach einem gelungenen Nachmittag in St. Florian ließ sich Walter List, der Obmann der Florianer, zu der Aussage hinreißen: „Wenn kein anderer Club die Idee aufnimmt und uns einlädt, dann machen wir das nächstes Jahr wieder.“ Scherzhaft merkte er noch an: „Die Sehenswürdigkeiten in St. Florian reichen ja noch für viele Jahre“. Für Interessierte ist die Anlage schon lange ein Geheimtip. Die nächsten öffentlichen Fahrtage sind erst wieder im Advent. Der MBC St. Florian hat an allen Adventsonntagen, und am 24 Dezember geöffnet. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit die Anlage an den Clubabenden – jeweils Donnerstag ab 18.00 Uhr – in Bau zu besichtigen.
Homepage http://www.mbc-st-florian.at Mail: mailto: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Aktualisiert (Freitag, den 13. August 2010 um 08:25 Uhr)

















