Schorsch und das Geheimnis von Sankt Florian – Die Modellbahn im Stiftsmeierhof
In Sankt Florian, wo so mancher Modellbahntraum wahr wird, war Schorsch nicht nur Lokführer, sondern auch inoffizieller Bürgermeister der Miniaturwelt. Jeden Donnerstag, Punkt drei Uhr nachmittags, polierte er seine Mütze und stapfte in die Clubräume – mit dem Selbstbewusstsein eines ICE, aber dem Tempo einer Dampflok: gemütlich, aber zuverlässig.
Eines Tages entdeckte er hinter dem alten Anlagen-Modul ein mysteriöses Kästchen. „Ah geh, ein Geheimversteck vom letzten Vereinsausflug?“ murmelte er und öffnete es vorsichtig. Darin: ein vergilbter Buchungsbogen von 1925. Schorsch staunte. „Hier war mal eine Brauerei.“

Rückblende: Hopfen, Holz und Geschichte
Der Buchungsbogen enthielt handschriftliche Vermerke, Lieferlisten an die Klosterschänke und – kurioserweise – eine Bestellung für „Miniatur-Fässer, Maßstab H0“. Das Logo auf dem Dokument zeigte ein stilisiertes Hopfenblatt mit der Aufschrift: „Florianer Bräu – seit 1674“.
Was Schorsch da in Händen hielt, war mehr als Vereinsgeschichte – es war ein Fenster in die alte Brautradition des Ortes. Der Altbürgermeister erzählte ihm, dass das Florianer Bier einst direkt vom Stift gebraut wurde, bevor die Brauerei geschlossen und das Rezept jahrzehntelang vergessen wurde. Erst vor wenigen Jahren wurde es wiederentdeckt und neu aufgelegt – eine Renaissance in Flaschen.
„Na schau,“ grinste Schorsch, „da hab ich ja was Historisches ausgegraben.“ Wenig später stand ein Modell der Brauerei auf der Anlage – samt Mikro-Schorsch am Zapfhahn und einem winzigen Schild: „Florianer Bräu – seit 1925“.
Die Idee zündet
... die Geschichte der Modellbahn im Stiftsmeierhof begann aber schon 20 Jahre früher…
Eines regnerischen Nachmittags führte Schorsch ein Plausch mit dem Altbürgermeister zum alten Stiftsmeierhof – ein Ort, den man sonst nur betrat, wenn beim Adventmarkt die wackelige Bühne aufgebaut wurde. Dort, verborgen hinter einer knarrenden Dachbodentür, stieß Schorsch auf einen riesigen Raum mit Ziegelboden und hohen Balken.
„Hier bauen wir unsere Modellbahn.“ Natürlich war Schorsch Feuer und Flamme.
Mit Unterstützung seiner Freunde – wurde das Projekt Realität. Sie sanierten den Dachboden und legten Gleise durch den neu entstandenen Clubraum.
Die Bahn fährt seitdem entlang einer liebevoll gestalteten Strecke durch das Ennstal. Die „Modellbahn im Stiftsmeierhof“ wurde nicht nur zu einem Geheimtip für Modellbahner sondern zu einer Attraktion im Maßstab 1:87. Und irgendwo zwischen Kuhweide und Berghütte rattern auch kleine Bierfässer auf einem Güterwagen – ein Augenzwinkern an die lokale Geschichte.