Schorsch und die Giganten aus Amerika
Schorsch war kein gewöhnlicher Pensionist aus Sankt Florian. Während andere ihre Zeit mit Jassen oder dem Garten verbrachten, träumte er von Lokomotiven – und nicht irgendwelchen, sondern von den riesigen Dampfrössern aus den USA. Seine Garage war voll mit Modellbahnen, aber sein Herz schlug für die echten Kolosse: die Big Boy, die Challenger, und natürlich die C&O H-4 2-6-6-2.
Der große Traum
Eines Tages, beim Frühstück mit Marmeladesemmel und starkem Kaffee, las Schorsch in einem Eisenbahnmagazin von der restaurierten C&O 1309, die in Maryland wieder unter Dampf stand. „Jetzt oder nie“, murmelte er, und noch bevor der Kaffee kalt wurde, hatte er ein Flugticket gebucht.
Begegnung mit der Legende
In Cumberland angekommen, stand er wie ein Bub vor dem Christbaum: Die 1309 dampfte majestätisch vor ihm, schwarz glänzend, mit goldenen Lettern und einem tiefen, ehrfurchtgebietenden Pfeifen. Schorsch durfte sogar auf den Führerstand – dank seines Charmes und einem mitgebrachten Packerl Mozartkugeln für das Personal.
„Sie ist wie ein lebendiges Tier“, sagte er und strich über die warmen Metallplatten. Der Heizer lachte: „Sie frisst Kohle wie ein Scheunendrescher und brüllt wie ein Bär – willkommen in Amerika!“

Die Rückkehr
Zurück in Österreich war Schorsch verändert. Er begann, seine Modelle umzubauen, baute eine Miniaturversion der C&O-Strecke in seinem Keller und erzählte jedem, der es hören wollte (und auch denen, die es nicht wollten), von seiner Reise.
„Die Amerikaner bauen keine Lokomotiven – sie bauen Monumente!“, sagte er stolz beim Stammtisch, während er ein Foto der 1309 herumreichte.
Fazit
Schorschs Reise war mehr als ein Ausflug – sie war eine Begegnung mit der Kraft, dem Klang und der Seele der amerikanischen Eisenbahn. Und jedes Mal, wenn er seine kleine 2-6-6-2 über die Modellgleise schickte, hörte er in Gedanken das tiefe Brüllen der echten Lok – und lächelte.