Die bayerischen Mallet-Lokomotiven waren eine besondere Bauart der Königlich Bayerischen Staatsbahnen, die sich durch ihre Gelenkkonstruktion auszeichneten. Sie wurden für schwierige Strecken mit engen Radien und starken Steigungen entwickelt und gehören zu den markantesten Dampfloks der Länderbahnzeit.
🚂 Historischer Überblick
Bauart: Mallet-Gelenklokomotive (zwei Triebgestelle, vorderes beweglich)
Hersteller: Krauss (München)
Baujahre: ab 1906
Gattung: Gt 2x4/4 (später bei der DRG als Baureihe 96 geführt)
Achsfolge: (1′D)(D1′) – insgesamt 8 Kuppelachsen
Leistung: ca. 1.600 PS
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Einsatzgebiet: Vor allem die Schiefe Ebene und andere Steilstrecken in Bayern
Die Mallet-Bauweise erlaubte es, die Lok trotz ihrer Größe in engen Kurven einzusetzen. Das vordere Triebgestell war beweglich und konnte sich dem Gleisverlauf anpassen.
🏞 Bedeutung
Die bayerischen Mallets waren die stärksten Länderbahnloks ihrer Zeit und wurden vor allem für schwere Güterzüge auf Gebirgsstrecken eingesetzt. Sie waren imposant, aber auch wartungsintensiv – die Gelenkkonstruktion und die Dampfzuführungen machten sie anfällig.
Nach der Länderbahnzeit übernahm die Deutsche Reichsbahn die Maschinen als Baureihe 96. Sie blieben bis in die 1940er‑Jahre im Einsatz und wurden dann nach und nach ausgemustert.
Modelle in Spur H0
Die bayerischen Mallets sind auch im Modellbau verewigt:
Märklin brachte die BR 96 mehrfach heraus, teils mit Digital‑Sound.

Gt 2x4/4 Werkbild Märklin
Besonders beliebt sind die Varianten in bayerischer Länderbahn-Lackierung (grün) sowie die DRG‑Version in Schwarz.
Für Sammler sind die Mallets ein Highlight, da sie die Giganten der Lokalbahnen darstellen und durch ihre Gelenkbauweise auch im Modell spektakulär wirken.