Zwischen 1900 und 1925 prägten die österreichische Lokomotivgeschichte vor allem die Gölsdorf-Konstruktionen (z. B. Reihe 310), die starken Güterzuglokomotiven für Alpenstrecken, die Schmalspur- und Zahnradlokomotiven für Lokalbahnen sowie die ersten elektrischen Lokomotiven ab den 1910er Jahren. Diese Epoche war ein Höhepunkt der Dampftechnik und zugleich der Beginn der Elektrifizierung.
🚂 Lokomotivtypen in Österreich 1900–1925
Dampflokomotiven der kkStB (bis 1918)
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Schnellzuglokomotiven
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Reihe 310 (ab 1911): Gölsdorfs berühmte 2’C1’-Schnellzuglokomotive, eine der schönsten Europas.
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Reihe 170 (ab 1897, weitergebaut bis ins 20. Jh.): Starke Güterzuglok mit Gölsdorf-Achse.
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Güterzuglokomotiven
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Reihe 80, 81, 82: Verschiedene 0-8-0 und 2-8-0 Bauarten für schwere Lasten.
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Tenderlokomotiven
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Reihe 97 (Schmalspur, ab 1882, weitergebaut bis 1920er): Für Lokalbahnen und Rangierdienst.
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Reihe 178 (ab 1908): Universelle Tenderlok für Nebenbahnen.
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Zahnradlokomotiven
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Für Erzbergbahn und andere Gebirgsstrecken, z. B. Reihe 269.
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Elektrische Lokomotiven (ab 1911)
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Mittenwaldbahn (1912): Erste elektrifizierte Strecke Österreichs.
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Reihe 1060 / 1061 (Versuchsmaschinen): Frühe elektrische Lokomotiven für Gebirgsbahnen.
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Reihe 1089/1189 (ab 1919): Starke Elektroloks für Alpenstrecken, Spitzname „Krokodil“.
Nach 1918 – BBÖ (Bundesbahnen Österreich)
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Übernahme und Weiterführung der kkStB-Baureihen.
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Ausbau der Elektrifizierung in den Alpen.
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Neubauten von Tender- und Güterzuglokomotiven für Lokalbahnen.
🗂 Typische Bauarten mit Achsfolgen
| Zeitraum | Typische Achsfolge | Einsatz |
|---|---|---|
| 1900–1910 | 2-6-0, 2-8-0, 0-8-0 | Güterzüge, Alpenstrecken |
| 1910–1915 | 2-6-2, 2-6-4, 2-8-0 | Schnellzüge, gemischte Dienste |
| 1915–1925 | 2-8-2, 2-10-0, Elektroloks | Schwere Güterzüge, erste Elektrifizierung |
✨ Bedeutung
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Gölsdorf revolutionierte den Lokomotivbau mit seinen Achskonstruktionen.
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Reihe 310 gilt als technische und ästhetische Meisterleistung.
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Elektrifizierung ab 1911 markierte den Beginn einer neuen Ära.
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Nach dem Zerfall der Monarchie 1918 übernahm die BBÖ die Rolle der Staatsbahn und führte die Modernisierung fort.