Die DB Baureihe 24 – Das „Steppenpferd“ der Nebenbahnen
Einleitung
Die Baureihe 24 der Deutschen Reichsbahn war eine Einheits-Personenzuglokomotive, die zwischen 1928 und 1940 gebaut wurde. Sie wurde speziell für den Einsatz auf Nebenstrecken konzipiert und galt als besonders zuverlässig, wartungsfreundlich und vielseitig. Wegen ihrer eleganten Erscheinung und ihrer Einsatzgebiete in flachen Regionen erhielt sie den Spitznamen „Steppenpferd“.
Konstruktion und Technik
Bauart: 1'C h2 (eine Laufachse vorn, drei Kuppelachsen)
Hersteller: Borsig, Hanomag, Henschel, Krupp, Linke-Hofmann, Schichau
Leistung: ca. 677 kW (920 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h (50 km/h bei Tender voraus)
Kesselüberdruck: 14 bar
Brennstoffvorrat: 6 Tonnen Steinkohle
Wasservorrat: 16 m³
Tender: meist 3 T 16 oder 3 T 17
Die Lokomotiven waren mit einem genieteten Einheitskessel ausgestattet. Ab Lok 24 017 wurde die kupferne Feuerbüchse durch eine geschweißte Stahlbüchse ersetzt. Die Steuerung erfolgte über die bewährte Heusingersteuerung mit Kuhnscher Schleife.
Austauschbarkeit und Baugleichheit
Die BR 24 war weitgehend baugleich mit der Tenderlokomotive BR 64. Viele Komponenten wie Kessel, Zylinder, Triebwerk und Radsätze waren untereinander tauschbar. Diese Modularität erleichterte Wartung und Ersatzteilversorgung erheblich.
Geschichte und Einsatz
Erste Auslieferung: 1928
Gesamtanzahl: 95 Lokomotiven
Ausmusterung bei DB: 1966
Ausmusterung bei DR (Ost): 1972
Die Lokomotiven wurden vor allem im norddeutschen Flachland eingesetzt, wo ihre Fahreigenschaften besonders zur Geltung kamen. Sie zogen leichte Personenzüge und waren auch im Rangierdienst aktiv. Einige Exemplare wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von der Polnischen Staatsbahn (PKP) übernommen und dort als Baureihe Oi2 geführt.
Technische Besonderheiten
Zwei Lokomotiven – 24 069 und 24 070 – wurden als Versuchslokomotiven mit Mitteldruckkesseln (25 bar) gebaut. Besonders 24 069 beeindruckte mit einem extrem niedrigen Dampf- und Kohleverbrauch und gilt als eine der effizientesten Kolbendampfloks Deutschlands.

Fleischmann BR24 - Bild: modelleisenbahngebraucht.de
Erhaltene Exemplare und Museumsstücke
Einige Lokomotiven der BR 24 sind bis heute erhalten und werden bei Sonderfahrten oder in Museen gezeigt. Die Lok 24 009 ist ein beliebtes Ausstellungsstück und war mehrfach bei Veranstaltungen wie dem Bahnhofsfest in Blindweide zu sehen.
Fazit
Die DB Baureihe 24 war ein technisches Meisterwerk ihrer Zeit – robust, elegant und effizient. Sie steht exemplarisch für die Ingenieurskunst der Einheitslokomotiven und bleibt ein Symbol für die goldene Ära der Dampfeisenbahn.